Bei dem Vorliegen eines allgemeinverblindlich erklärten Tarifvertrag gelten auch für ausländisch entsendete Arbeitnehmer der folgenden Branchen:

  1. Bauhauptgewerbe,
  2. Gebäudereinigung,
  3. Briefdienstleistungen,
  4. Sicherheitsdienstleistungen,
  5. Bergbauspezialarbeiten auf Steinkohlebergwerken,
  6. Wäschereidienstleistungen im Objektkundengeschäft,
  7. Abfallwirtschaft einschließlich Straßenreinigung und Winterdienst,
  8. für Aus- und Weit3erbildungsdienstleistungen nach dem SGB II und II und
  9. für Schlachten und Fleischverarbeitung.

In diesen Tarifverträgen müssen folgende Arbeitsbedingungen enthalten sein:

  1. Mindestentgeltsätze, die nach Art der Tätigkeit, Qualifikation der Arbeitnehmer und Regionen differieren können, einschließlich der Überstundensätze,
  2. die Dauer des Erholungsurlaubs,
  3. das Urlaubsentgelt oder eines zusätzlichen Urlaubgeld
  4. gemeinschaftliche Einrichtungen der Tarifvertragsparteiendie
  5. Mindestentgeltsätze einschließlich der Überstundensätze
  6. bezahlter Mindesjahresurlaub
  7. Höchstarbeitszeiten und Mindestruhezeiten
  8. Bedingungen über die Überlassung von Arbeitskräften, insbesondere durch Leiharbeitsunternehmen,
  9. Sicherheit, Gesundheitsschutz und die Hygiene am Arbeitsplatz
  10. Schutzmaßnahmen im Zusammenhang mit den Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen von Schwangeren und Wöchnerinnen, Kindern und Jugendlichen,
  11. die Gleichbehandlung von Männern und Frauen sowie dem allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzt.

Ein Unternehmen, dass ein anderes Unternehmen mit der Erbringung von Werk- oder Dienstleistungen beauftragt hat, haftet für die Verpflichtung des Subunternehmens, eines Nachunternehmens oder eines Arbeitentleihunternehmens für die Zahlung des Mindestentgeltes oder zur Zahlung von Beiträgen an eine gemeinsame Einrichtung der Tarifvertragsarteien wie ein Bürge. Ein Gerichtsstand ist hierbei in Deutschland gegeben.

Die Überprüfung der Einhaltung des AEntG erfolgt durch die Zollverwaltung, § 16 Abs. 1 AEntG. Der Arbeitgeber ist dazu verpflichtet, Beginn, Dauer und Ende der täglichen Arbeitszeit ihrer Arbeitnehmer aufzuzeichnen. Diese Aufzeichnung müssen zwei Jahre lang aufbewahrt werden. Auch müssen bei Anwendbarkeit eines allgemein verbindlich erklärten Tarifvertrag die Namen, der Beginn und die voraussichtliche Dauer der Tätigkeit, der Ort der Beschäftigung der Zollbehörde vor Aufnahme der Tätigkeit übermittelt werden. Änderungen müssen unverzüglich angezeigt werden.

Verstößt ein Arbeitgeber gegen das AEntG, so können Bußgelder bis zu 500.000 € verhängt werden.