Unter dem Begriff der Eingruppierung ist die Zuordnung des Arbeitnehmers oder der Arbeitnehmerin unter der von ihm auszuübende Arbeit zu einer bestimmten Vergütungsgruppe innerhalb eines kollektiven Vergütungsschemas zu verstehen. Ein solches kollektives Vergütungsschema kann insbesondere in Tarifverträge enthalten sein.

Das kollektive Vergütungsschema enthält in der Regel Vergütungsgruppen. Diese Vergütungsgruppen enthaltene Merkmal, die die von ihr erfassten Arbeitnehmer und / oder ihrer Tätigkeit beschreibt. Kriterien sind z.B. abgeschlossene Berufsausbildungen, ein abgeschlossenes Studium und besondere Aufgabengebiete.

Die Eingruppierung wird in der Regel bei der Einstellung bereits vorgenommen. Ändert sich die Kriterien oder die Tatsachen, so ist erneut einzugruppieren. Dies ist z.B. der Fall bei einer Versetzung oder Beförderung. Die Eingruppierung erfolgt durch einseitige Erklärung des Arbeitgebers. Auch im Arbeitsvertrag kann eine solche geregelt sein. Der Betriebsrat hat gemäß § 99 Absatz 1 Betriebsverfassungsgesetz in Unternehmen mit in der Regel mehr wie20 Arbeitnehmer ein Mitspracherecht.

Die Voraussetzung einer richtigen Eingruppierung hängt von dem Vorliegen von Tatsachen der Person oder in der Tätigkeit des Arbeitnehmers ab. Diese sind im jeweiligen Tarifvertrag geregelt. In der Regel erfolgt die Eingruppierung wie folgt:

Zunächst werden Arbeitsvorgänge gebildet. Unter einem Arbeitsvorgang sind Arbeitsleistung zu verstehen, die zu einem abgrenzbaren Arbeitsergebnis führen. In einem weiteren Schritt ist zu ermitteln, wie groß der zeitliche Anteil des Arbeitsvorganges an der Gesamtarbeitszeit des Arbeitnehmers ist. In einem dritten Schritt muss festgestellt werden, welche Anforderungsmerkmale jeder Arbeitsvorgang erfüllt. Schlussendlich ist eine Gesamtbetrachtung vorzunehmen.
In der Regel ist dieses Eingruppierung deklaratorisch. Wird hingegen die Eingruppierung Vertragsgegenstand, somit konstitutiv, so ist die Eingruppierung grundsätzlich verbindlich. Jedoch kann dieser Verbindlichkeit aufgrund eines verbindlichen Tarifvertrages überwunden werden.

Die Eingruppierung für zu unterschiedlicher Bezahlung der Arbeitnehmer. Wurde ein Arbeitnehmer fehlerhaft eingruppiert, so kann entweder auf Zahlung des Differenzlohnes zwischen dem gezahlten Lohn und dem geschuldeten Lohn geklagt werden. Alternativ kann auch auf Feststellung geklagt werden, dass der Arbeitgeber dazu verpflichtet ist, den Arbeitnehmer nach einer bestimmten Vergütungsgruppe zu entlohnen.