Sofortmaßnahmen bei einem Verkehrsunfall

Nach einem Verkehrsunfall sind die Beteiligten aufgeregt. Auch als Rechtsanwalt kenne ich diese Situation aus persönliche Ereignisse. Das Wichtigste ist zunächst, dass Sie sich trotz des Verkehrsunfall das richtige machen. Fahren Sie weiter, ohne dass Sie sich als Beteiligter eines Verkehrsunfalls zu erkennen zu geben, so machen Sie sich strafbar.

Als erste Maßnahme muss die Unfallstelle abgesichert werden. Hierzu schalten Sie, falls vorhanden, die Warnblinkanlage an und stellen ein Warndreieck auf.
Dann sollten Sie sich um die Verletzten kümmern und, falls es Verletzte gibt, einen Notruf absetzen. Sind Sie selbst aufgrnd des Verkehrsunfalls verletzt oder benommen, sollten Sie sich unbedingt im Krankenhaus behandeln lassen und sich den Arztbrief geben lassen. Dies ist notwendig, damit ein Schmerzensgeld erfolgreich eingefordert werden kann.

Sie sollten in der Regel die Polizei zu Hilfe holen. Dies hat den Vorteil, dass von der Polizei der Unfall aufgenommen wird und Beweise gesichert werden können. Angaben gegenüber der Polizei sollten nur mit Vorsicht erfolgen. Insbesondere sollten Sie unter keinen Umständen die Schuld an einem Unfall eingestehen.

Sie benötigen von dem Unfallgegener insbesondere folgende Informationen:

1. Name und Adresse des Fahreres
2. Name und Adresse des Halters (falls abweichend)
3. Versicherungsnummern, Name und Adresse der Versicherung
4. Unfallaktenzeichen der Polizei
5. Name und Adressen von Zeugen.

Auch sollten Sie eigene Fotots von dem Unfall anfertigen. Achten Sie darauf, dass Sie das Kennzeichen des gegnerishen Fahrzeuges aufnehmen und die ersichtlichen Beschädigungen an Ihrem und an dem gegnerischen Fahrzeug dokumentieren. Wichtig sind Übersichtsaufnahmen und Detailaufnahmen in guter Qualität. Diese Aufnahmen sollten vor der Räumung der Unfallstelle gemacht werden.

Bereits jetzt sollte die gegnerische Versicherung und die Kaskoversicherung über den Unfall informiert werden. Diese kann Ihnen ein bestimmtes Abschleppunternehmen und Mietwagenunternehmen vorschlagen. Diesen Vorschlag sollten Sie folgen, da Sie zur Schadensminderung verpflichtet sind. In der Praxis weigern sich regelmäßig Versicherungen, die Kosten für ein Abschleppunternehmen oder von einem Mietwagen zum Teil zu übernehmen. Diese Verweigerung der Übernahme des unfallbedingten Schadens wird damit begründet, dass sich das Unfallopfer hätte vorher um eine günstigeren Anbieter hätte bemühen können. Wenn Sie von Anfang an die gegnerische oder eigene Versicherung über den Unfall infomieren, wird dieser Einwand erfolgreich abgewehrt.

Weitere Schritte

Nach der Aufnahme des Unfalles muss der Unfallort durch die Beteiligten geräumt und gesäubert werden. In der Praxis erfolgt dies durch die Beauftragung eines Abschleppunternehmens. Einen Ratgeber zur Abschleppkosten finden Sie hier.
Ihr Fahrzeug wird anschließend in eine Werkstatt geschleppt. Ist ein Schaden erkennbar über 700,00 € entstanden, sollten Sie einen Gutachter beauftragen, ein Schadensgutachten zu erstellen. Wie hoch der Schaden ist, können Sie in der Regel nicht selbst einschätzen. Daher empfehle ich als im Verkehrsrecht, insbesondere im Unfallrecht tätiger Rechtsanwalt, im Zweifelfall zu einer KFZ-Werkstatt zu fahren und diese zu bitten, den Schaden einzuschätzen. Ein Kostenvoranschlag wird nur dann benötigt, wenn der Schaden unter 700,00 € ist. Paralell hierzu sollten Sie sich bereits an einen Rechtsanwalt für Verkehrsunfallrecht, insbesondere an uns, wenden. Die frühzeitige Einschaltung eines Rechtsanwaltes hat folgende Vorteile:

1. Kommunikation mit der Versicherung erfolgt über den Rechtsanwalt
2. Unnötige und nciht erstattbare Mietwagenkosten, Stellplatzkosten usw. werden vermieden
3. Weitere Schäden werden durch den Rechtsanwalt erfragt.

In der Regel kostet die Beauftragung eines Rechtsanwaltes Ihnen dann nichts, wenn der Unfall für Sie unvermeidbar gewesen ist. Dies ist dann der Fall, wenn ein durchschnittlicher Verkehrsteilnehmer bei Beachtung der erforderlichen Sorgfalt, insbesondere keine überhöhte Geschwindigkeit und Einhaltung eines Überholverbotes usw.) den Unfall hätte nicht vermeiden können.

Wie wird der Schaden reguliert?

Die Schäden und der Schadensfall muss bei der jeweiligen Versicherung angeziegt werden. Bei einem finanzierten PKW-Kauf oder bei einem Leasingfahrzeug muss zusätzlich die Erlaubnis des (Sicherungs-) Eigentümers zur Regulierung eingeholt werden. In der Regel ist jedoch der Kreditnehmer bzw. Leasingnehmer nach dem Vertrag bereites berechtigt, im eigenen Namen und auf eigener Rechnung den Schaden zu regulieren.

Nachdem sämtliche Schäden dargelegt und ggf. nachgewiesen wurde, wird nach der Ermittlung einer Haftungsquote die Schäden durch die Versicherung ausgeglichen. Wird ein Unfallopfer nicht direkt von einem Rechtsanwalt vertreten, so ist es sehr wahrscheinlich, dass nicht sämtliche Schäden reguliert werden. Daher ist es empfehlenswert, direkt einen Rechtsanwalt mit der Regulierung des Unfallschadens zu beauftragen.

Insbesondere folgende Schäden kommen in Betracht:

– Abschleppkosten
– Behandlungskosten
– Erwerbsschaden
– Fahrkosten
– Haushaltsschaden
– Kosten des Sachverständigen
– Mehrbedarf (Gesundheit, Pflege o.ä.)
– Nebenkostenpauschalen
– Nutzungsausfall / Mietwagenkosten
– Sachschaden
– Schmerzensgeld (immaterieller Schaden)
– Rechtsanwaltsgebühren
– Ummeldegebühren

Sollte außergerichtlich nicht der gesamte Schaden durch die Versicherung übernommen werden, so ist in der Regel die Erhebung der Klage unumgänglich. In vielen Fällen bezahlt die Versicherung nach Erhebung einer Klage noch, um weitere Kosten zu vermeiden.

Finanziertes oder geleastes Fahrzeug

In der Regel ist die Unfallabwicklung bei einem finanzierten Fahrzeug problematischer, da ein Sicherungsvertrag zwischen der finanzierenden Bank und den Besitzer des finanzierten Fahrzeuges besteht. In der Regel wird vereinbart, dass das Fahrzeug sicherungsübereignet wird. Dies bedeutet juristisch, das nicht der geschädigte Eigentümer des wirkten Fahrzeuges ist, sondern die Bank. Wenn dies der Fall ist, so muss unbedingt unverzüglich mit der Bankkontakt aufgenommen werden. Sollte diese gebeten werden, den Unfall abwickeln zu dürfen. Insbesondere muss dafür gesorgt werden, dass bei einem Totalschaden der Fahrzeugbrief (Zulassungszahl zwei) bei Verkauf übersendet wird.

Bei einem geleasten Fahrzeug ist der Eigentümer des Fahrzeugs die Leasinggeberin,. Je nach Vertragsgestaltung ist der Leasingnehmer vor befugt, im Namen und auf eigene Rechnung einen Unfall abzuwickeln. Jedoch kann man sich hierauf nicht verlassen. Es gibt auf Verträge, die vorsehen, dass die Schadensabwicklung durch die Leasinggeberin erfolgt. Ist ein Fahrzeug geleast, und kommt es zum einen Unfall, so ist daher auch der erste Schritt, die Leasinggeberin über diesen Unfall zu informieren.