Beim Parkplatzunfall wurde früher von der Rechtsprechung davon ausgegangen, dass sämtliche Beteiligten im gleichen Maß Schuld an dem Unfall sind. Daher wurde in der Regel die Unfallschäden geteilt. Der Bundesgerichtshof hat im Jahr 2016 jedoch entschieden, dass über die Wertung des §§ 1 StVO auch der § 9 Abs. 5 StVO (Rückwärtsfahren) anzuwenden ist. Steht also fest, dass der ein Fahrzeugführer rückwärtsgefahren ist, besteht ein Anscheinsbeweis dafür, dass der Fahrer dieses Fahrzeuges alleine den Unfall verursacht hat. Stand ein Auto noch in der Parklücke, so steht auch fest, dass dieser Fahrer nicht an den Unfall schuld ist und auch diesen nicht hätte vermeiden können.

Werden beide Fahrzeuge während des Unfalles bewegt, so kommt es in der Regel zur Haftungsteilung.

Wichtig ist es daher, Zeugen für den Unfallhergang rechtzeitig zu suchen und deren Zeugenaussage entweder bei der Polizei protokollieren zu lassen oder diese Zeugen aufzufordern, ein Gedächtnisprotokoll zu erstellen.