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Die gesetzliche Erbfolge

Als Rechtsanwalt berate und vertrete Sie im Erbrecht.

Im Erbrecht wird grundsätzlich zwischen dem gesetzlichen Erbrecht und dem gewillkürten Erbrecht unterschieden. Ist kein Testament oder ein anderes vom Erblasser wirksam Anordnung der Erbfolge vorhanden, so gilt das gesetzliche Erbrecht.

Wann gilt die gesetzliche Erbfolge?

Hinterläst der Erblasser kein Testament, so tritt die gesetzliche Erbfolge ein. Auch wenn ein Testament oder Erbvertrag erfolgreich angefochten wurde, kommt es zu der gesetzlichen Erbfolge.

Wer erbt?

Grundsätzlich erbt derjenige, der am nächsten mit dem Verstorbenen verwandt ist. Dies folgt aus § 1930 BGB. Das Gesetz unterscheidet zwischen verschiedene Rangordnungen.

Die erste Ordung bilden die Abkömmlinge (Kinder, Enkel usw.). Gemäß § 1754 BGB stehen adoptierte Abkömmlinge leibliche Abkömmlinge gleich.
Innerhalb der Abkömmlinge gilt das Stammerbrecht. Jeder direkter Abkömmling stellt ein Stamm da. Innerhalb des Stammes sind sämtliche Abkömmlinge eines Stammvaters / einer Stammmutter vom Erbe ausgeschlossen, wenn der Stammvater / die Stammmutter noch lebt. Ist der Stammvater / die Stammmutter vor dem Erbfall verstorben, so erben dessen / deren direkte Abkömmlinge anstatt des Stammvaters / der Stammmutter.

Innerhalb der gleichen Ordnung erbt jeder vorhandener Stamm zu gleichen Anteile. Bei drei Kinder erben z. B. sämtliche Kinder 1/3. Jedoch gilt das nicht, wenn ein Ehepartner noch vorhanden hat.

Die zweite Ordnung bilden die Eltern des Erblassers oder deren Nachkommen, § 1925 BGB. Auch hier gilt das Stammrecht. Dies sind z. B. Onkel und Tanten. Bei adoptieten Nachkommen gelten nur die Adoptivverwandten als Verwandte.

Die dritte Ordnung bilden die Großeltern und deren Nachkommen, § 1926 BGB. Auch in dieser Ordnung gilt das Stammrecht.

Erbt jemand aufgrund mehrere Ordnungen mehrmals, so wird der Erbteil addiert, § 1927 BGB.

Neben dem Ordnungsrecht gilt das Erbrecht des Ehegatten, wenn nicht ein Scheidungsverfahren anhängig ist und dessen Voraussetzungen erfüllt sind. Dieses ist in § 1931 BGB geregelt. Neben Verwandten der ersten Ordnung erbt ein Ehegatte 1/4, neben Verwandten der zweiten Ordnung oder neben Großeltern zu 1/2. Sind weder Erben nach der 2. Ordnung noch Großeltern vorhanden, so erbt der überlebende Ehegatte alleine. Lebten der Erblasser und der Ehegatte in Gütertrennung, so beträgt bei bis zu zwei gemeinschaftlichen Kinder, dass sämtliche Kinder und der Ehegatte zu gleichen Teile erben.

Daneben gilt § 1371 BGB. Lebten Erblasser und der Ehegatte im gesetzlichen Güterrecht (Zugewinngemeinschaft), so erbt der überlebende Ehegatte vorab 1/4 als Zugewinnausgleich. Weitere Informationen über das eheliche Erbrecht finden Sie hier.

Sollten keine Erben bekannt werden, so erbt das Bundesland, in dem der Erblasser seinen letzten Wohnsitz hatte, § 1936 BGB.

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Letzte Änderung am Dienstag, 13. November 2018 um 08:04:06 Uhr.

Aufgaben des Rechtsanwaltes


Sämtliche Rechtsanwälte sind Organ der Rechtspflege. Als solches Organ haben wir Rechtsanwälte die Aufgabe, unsere Auftraggeber mit rechtsstaatlichen Mitteln zum Recht zu verhelfen und unsere Mandanten vor ungerechtfertigten Forderungen zu schützen. Zu diesem Zweck können wir Rechtsanwälte jedermann beraten oder vertreten, soweit die Gegenseite nicht in der selben Sache beraten oder vertreten wurde. Wurde die Gegenseite beraten oder vertreten und würden wir Rechtsanwälte dennoch Sie vertreten, so würden wir einem Interessenskonflikt unterligen und die Interessen sowohl der Gegenseite, wie auch Ihre Interessen veraten.

Im Rahmen der Beratung werden Sie als Mandant über die Rechtslage, die Erfolgschancen, die Möglichkeiten einer Beweissicherung und die anfallenden Kosten sowie das Kostenrisiko informiert. Im Rahmen der Erstberatung gelingt dies jedoch nur eingeschränkt, da nicht der gesamte Sachvorhalt bekannt ist.

Jedermann kann sich in jedem Verfahren vor Behörden oder Gerichten durch einen zugelassenen Rechtsanwalt vertreten lassen. In einem Strafprozess oder einem Bußgeldverfahren wird der Rechtsanwalt als Verteidiger tätig. Die Stellung als Verteiiger ist gesetzliche geregelt. Insbesondere die Kommunikation mit dem Betroffenen oder Mandant ist gesetzlich geschützt. Auch dürfen Rechtsanwälte Akteneinsicht nehmen.
Im Zivilprozess besteht bei den Landgerichten, Oberlandesgerichten und dem Bundesgerichtshof die Verpflichtung, sich durch einen Rechtsanwalt vertreten zu lassen. Gleiches gilt bei anderen Verfahrensarten wie im Arbeitsrecht ab dem Landesarbeitsgericht. Der Sinn dieses sogenannten Anwaltszwangs liegt darin die höheren Instanzen der Gerichtsbarkeit zu entlasten, da Sachverhaltsaufklärungsarbeiten und rechtliche Voreinschätzungen vor Klageerhebung und während des Prozesses durch die Rechtsanwälte erfolgen sollen.

Das zum 1. Juli 2008 in Kraft getretene Rechtsdienstleistungsgesetz löste das bis dahin geltende Rechtsberatungsgesetz ab. Die außergerichtliche Rechtsberatung ist in größerem Umfang für Nicht-Anwälte geöffnet worden. Für den Kernbereich rechtlicher Dienstleistungen, d. h. vor allem die Vertretung vor Gericht, gilt das Anwaltsmonopol im Wesentlichen weiterhin. Die Erfahrungen mit der nicht anwaltlichen Vertretung hat gezeigt, dass nur eine anwaltliche Beratung und Vertretung den Interessen der Mandanten grundsätzlich gerecht werden.

Die Bundesrechtsanwaltsordnung (BRAO) führt die allgemeinen Aufgaben des Rechtsanwalts nicht abschließend auf. § 1 der BRAO definiert den Rechtsanwalt als „unabhängiges Organ der Rechtspflege“. § 3 BRAO führt aus: „Der Rechtsanwalt ist der unabhängige Berater und Vertreter in allen Rechtsangelegenheiten.“ Konkreter nennen §§ 48, 49 und 49a BRAO die Pflichten zur Prozessvertretung im Zivilprozess unter bestimmten Bedingungen, zur Pflichtverteidigung und zur Beratungshilfe. Die Berufsordnung für Rechtsanwälte (BORA) nennt in § 1 Absatz 3 folgende Aufgaben des Rechtsanwalts: „... seine Mandanten vor Rechtsverlusten zu schützen, rechtsgestaltend, konfliktvermeidend und streitschlichtend zu begleiten, vor Fehlentscheidungen der Gerichte und Behörden zu bewahren und gegen verfassungswidrige Beeinträchtigung und staatliche Machtüberschreitung zu sichern.“ Die Unabhängigkeit der Rechtsanwälte und der Schutz vor ungerechtfertigter Verfolgung wegen ihrer rechtmäßigen Berufsausübung wird auch durch internationale Standards gesichert, wie z. B. die Empfehlung des Europarats zur freien Ausübung des Anwaltsberufs oder die UN Grundprinzipien betreffend die Rolle von Rechtsanwälten.

Abstrakt können Sinn und Aufgaben der anwaltlichen Tätigkeit wie folgt aufgegliedert werden:

Rechtsgestaltung (Kompliziertere, aber für die Wirtschaft bedeutende Rechtsgeschäfte würden ohne anwaltliche Hilfe in der Vertragsgestaltung oftmals unterlassen werden. Umstritten ist hingegen die Einbeziehung von Anwälten durch Ministerien für die Erarbeitung von Gesetzentwürfen)
Rechtssuchende über Ansprüche und Gegenansprüche aufzuklären und Beweise zu sichern
außergerichtliche Durchsetzung von Ansprüchen (durch anwaltliche Aufforderungsschreiben, Vertragsstrafen). Vertragsstrafen und die Kostentragungspflicht des Anspruchgegners leisten dabei auch einen Beitrag zur Prävention vor zukünftigen Rechtsverstößen
Entlastung der Justiz durch Abraten von der Klageerhebung bei mangelnder Erfolgsaussicht (Filterfunktion für die Gerichte), außergerichtliche Streitbeilegung durch Abschluss von außergerichtlichen Vergleichen (damit auch zum Rechtsfrieden beizutragen), Mediation (in diesen Fällen wird der Anwalt als Mediator und nicht als Vertreter einer Partei tätig)
Verfahrenshilfe für die Prozesse vor den Gerichten zu leisten (Sachverhaltsklärung und Ordnen der Darlegungen, Rechtsausführungen)
Kontrolle der Rechtsprechung unterer Instanzen auf Rechtmäßigkeit, ggf. mit der Folge Rechtsmittel einzulegen
Prozesshandlungen vorzunehmen (zum Beispiel: Einreden zu erheben, Vergleiche abzuschließen, Rechtsmittel einzulegen)
durch Mitarbeit in den berufsständischen Organisationen, Beiträge in Fachzeitschriften oder Kommentaren zur Fortbildung der Rechtsauslegung, insbesondere der Rechtsprechung, und zur Gesetzgebung beizutragen.
Nach groben Schätzungen besteht die anwaltliche Arbeit an Mandaten zu mindestens 80 % aus Sachverhaltsaufklärung und zu 20 % aus daran anschließender Rechtsanwendung.
Sowohl im Arbeitsrecht, wie auch im Zivilrecht werden Prozesse in der Regel schriftlich bearbeitet. Daher kommen den anwaltlichen Schriftsätzen erhebliche Bedeutung zu.

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