Unter dem Weihnachtsgeld, auch 13. Monats- oder 14. Monatsgehalt genannt, ist eine zusätzliche, nicht monatlich gezahlte Leistung aufgrund des bevorstehenden Weihnachtsfestes zu verstehen. Auch das Urlaubsgeld ist eine solche Leistung. Diese Leistung werden auch Einmalzahlung genannt, da diese nur einmal im Jahr erfolgen. Diese Leistung zahlt der Arbeitgeber entweder freiwillig oder aufgrund vertraglicher Verpflichtung. Die Zahlung erfolgt in der Regel im November eines jeden Jahres. Das Weihnachtsgeld muss, wie jedes anderes Arbeitsentgelt, versteuert werden. Auch Sozialabgaben sind abzuführen.

Der Anspruch auf Weihnachtsgeld kann sich aus dem Arbeitsvertrag, aus betrieblicher Übung oder einem Tarifvertrag ergeben. Zahlt der Arbeitgeber freiwillig das Weihnachtsgeld, ohne dafür verpflichtet zu sein, so sollte der Arbeitgeber darauf achten, dass kein Anspruch aufgrund betrieblicher Übung entsteht. Ein solcher Anspruch entsteht immer dann, wenn der Arbeitgeber aufgrund regelmäßiger Zahlungen ohne wirksamer Freiwilligkeitserklärung allen Arbeitnehmer mindestens dreimal eine solche Leistung gewährt, sodass diese auf die Zahlung vertrauen konnte. Auch ist auf den arbeitsrechtlichen Gleichbehandlungsgrundsatz zu achten. Ein Anspruch des Arbeitnehmers nach dem arbeitsrechtlichen Gleichbehandlungsgrundsatz ergibt sich, wenn alle Arbeitnehmer bzw. nur eine Gruppe von Arbeitnehmer vom Arbeitgeber ein Weihnachtsgeld oder andere Leistungen erhellten, und andere Arbeitnehmer ohne sachlichen Grund benachteiligt werden. Die benachteiligten Arbeitnehmer könne in diesem Fall nach den Grundsätzen der arbeitsrechtlichen Gleichbehandlung die gleiche Leistung fordern. Ein sachlicher Grund ist insbesondere nicht, dass ein Arbeitnehmer „nur“ teilzeitbeschäftigt ist. Dies folgt aus § 4, insbesondere Abs. 2 und § 5 Teilzeitbefristungsgesetz.

Ein einmal entstandener Anspruch auf Weihnachtsgeld aufgrund betrieblicher Übung oder Arbeitsvertrag kann weder durch einen Tarifvertrag, noch durch eine Betriebsvereinbarung dem Arbeitnehmer entzogen werden. Nach dem Günstigkeitsprinzip definieren Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen immer nur eine Untergrenze dessen, was der Arbeitnehmer vom Arbeitgeber aufgrund des Arbeitsverhältnisses verlangen kann. Der Anspruch auf das Weihnachtsgeld kann jedoch, wie oben bereits erwähnt, durch Tarifvertrag eingeräumt werden.

Wird durch das Eintrittsgeld auch anteilig die Arbeitsleistung für die Vergangenheit abgegolten, so hat auch ein ausgeschiedener Arbeitnehmer Anspruch hierauf. Insbesondere wenn ein 13. Gehalt im Arbeitsvertrag vereinbart ist, dies eine Sonderzahlung mit reinem Entgeltcharakter. Soll mit dem Weihnachtsgeld alleine die Betriebstreue belohnt werden, sodass die Arbeitsleistung in der Vergangenheit keine Rolle spielt, so erhält der ausgeschiedene Arbeitnehmer kein Weihnachtsgeld. Wird sowohl Betriebstreue, wie auch vergangene Arbeitsleistung vom Arbeitgeber durch die Zahlung des Weihnachtsgeldes belohnt, so haben auch Arbeitnehmer nach der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichtes seit 2012 ein Anspruch auf teilweise Auszahlung dieses Weihnachtsgeldes.

Eine Kürzung oder Nichtzahlung eines Weihnachtsgeldes erfolgt nur dann, wenn das Weihnachtsgeld keinen Entgeltcharakter hat und die Hauptleistungspflichten aus dem Arbeitsvertrag nicht durchgeführt werden müssen. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn der Arbeitnehmer nicht zur Arbeit verpflichtet ist. Insbesondere Elternzeit und lange Krankheit, aber auch ein Sabbatjahr sind Beispiele hierfür.