Ist die Wahl eines Betriebsrates offensichtlich, für jedermann erkennbar, rechtswidrig, so ist die Wahl nichtig. Beispiele hierfür sind Wahlen ohne Wahlvorstand.

Darüber hinaus kann eine Betriebsratswahl angefochten werden. Eine Betriebswahl kann beim Arbeitsgericht nur dann erfolgreich angefochten werden, wenn gegen wesentliche Vorschriften über das Wahlrecht, die Wählbarkeit oder das Wahlverfahren verstoßen worden ist und dieser Verstoß das Wahlergebnis geändert oder beeinflussen konnte. Einen Antrag auf Wahlanfechtungen können mindestens drei Wahlberechtigte gemeinsam, eine im Betrieb vertretene Gewerkschaft oder der Arbeitgeber stellen. Dieser Antrag muss binnen einer Frist von zwei Wochen ab dem Tage der Bekanntgabe des Wahlergebnisses gestellt werden, § 19 BetrVG.

Ein Verstoß gegen wesentliche Vorschriften ist z. B. dann gegeben, wenn Wahlkandidaten zu Unrecht nicht zur Wahl zugelassen (Streichung innerhalb von Wahllisten) oder ganze Wahllisten zu Unrecht zugelassen oder nicht zugelassen wurden. Auch wenn wahlberechtigte Arbeitnehmer von der Wahl ausgeschlossen wurden, ist die Wahl anfechtbar, wenn diese einen Einfluss auf das Wahlergebnis nehmen hätten können.

Ist die Wahlanfechtung erfolgreich, so führt die alleine dazu, dass der Betriebsrat ab dem Zeitpunkt der Rechtskraft der Entscheidung nicht mehr im Amt ist. Die Entscheidungen und Maßnahmen des Betriebsrats für die Vergangenheit werden durch eine solche Anfechtung nicht berührt. War die Wahl hingegen nichtig, so wirkt diese Feststellung auch für die Vergangenheit. Die Entscheidungen des nichtigen Betriebsrates sind auch für die Vergangenheit nichtig.

Solche Prozesse dauern in der Regel in der 1. Instanz zwischen 6 und 12 Monate. Die 2. Instanz vor dem Landesarbeitsgericht benötigt in der Regel weitere 12 bis 24 Monate, so dass mit einer rechtskräftigen Entscheidung erst nach 3 Jahren gerechnet werden kann. Da der Betriebsrat nur 4 Jahre im Amt ist, kann ggf. es sinnvoller sein, einen solchen Prozess nicht anzustreben.

Die Kosten der Wahlanfechtung, insbesondere die Rechtsanwaltskosten trägt der Arbeitgeber.