Die Rufbereitschaft unterscheidet sich vom Bereitschaftsdienst dadurch, dass der Arbeitnehmer sich nicht an einem vom Arbeitgeber bestimmten Ort aufhalten muss. Vielmehr hat der Arbeitnehmer ausschließlich dazu zu sorgen, dass er erreichbar ist und innerhalb einer festgesetzten Zeit seine Arbeit aufnehmen kann.

Die Zeiten für Rufbereitschaft zählen nach dem Arbeitsplatzschutzgesetz nicht als Arbeitszeit. Wird der Arbeitnehmer jedoch zum Arbeitsplatz gerufen, so zählt diese Zeit als Arbeitszeit. Nach § 5 Abs. 2 ArbZG können Zeiten der Inanspruchnahme des Arbeitnehmers bei Rufbereitschaft in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und Betreuungseinrichtungen innerhalb der Ruhezeiten zu anderen Zeiten ausgeglichen werden, wenn nicht mehr als die Hälfte der Ruhezeit durch den Arbeitnehmer gearbeitet wurde.

Die Rufbereitschaft wird in der Regel durch die Zahlung eines fixen Betrages pauschal vergütet. Eine Vereinbarung hierzu sollte im Arbeitsvertrag oder im Tarifvertrag vorhanden sein. Wird der Arbeitnehmer zur Arbeit gerufen, so ist der übliche Stundenlohn zuzüglich gegebenenfalls Ausschläge zu zahlen.