Der Schutz von Kindern und Jugendlichen ist im Arbeitsleben im Jugendarbeitsschutzgesetz geregelt.

Als Kind wird jeder behandelt, der noch nicht das 15. Lebensjahr erreicht hat. Bis zum 18. Lebensjahr gelten Jugendliche als Kinder im Sinne dieses Gesetzes, wenn diese vollzeitschulpflichtig sind. Jugendlich im Sinne dieses Gesetzes ist, wer 15, aber noch nicht 18 Jahre alt ist. Dieses Gesetz ist insbesondere bei gelegentlicher Gefälligkeit nicht anzuwenden. Arbeitgeber ist nach § 3 dieses Gesetzes jeder, der ein Kind oder Jugendlichen beschäftigt.

Grundsätzlich dürfen Kinder gemäß § 5 JArbSchG nicht beschäftigt werden. Ausnahmen hierfür bestehen für Beschäftigungs – und Arbeitstherapie, im Rahmen des Betriebspraktikums während der Vollzeitschulpflicht sowie in Erfüllung einer richterlichen Weisung (Sozialstunden).
Kinder ab Vollendung des 13. Lebensjahres dürfen mit Einwilligung der Sorgeberechtigten beschäftigt werden, soweit die Beschäftigung leicht und für Kinder geeignet ist. Insbesondere dürfen nicht die Sicherheit, Gesundheit und Entwicklung der Kinder, deren Schulbesuch, ihre Beteiligung an Maßnahmen zur Berufswahlvorbereitung oder Berufsausbildung durch die Beschäftigung beeinträchtigt werden. Eine Beschäftigung ist lediglich bis zu 2 Stunden täglich, nicht vor dem Schulunterricht und nicht zwischen 18:00 und 8:00 Uhr möglich. Eine Beschäftigung während des Schulunterrichts ist strengstens untersagt. Für die Dauer von höchstens vier Wochen dürfen Kinder während den Schulferien beschäftigt werden, § 5 Abs. 3 JArbSchG,

Welche Beschäftigung kindgerecht ist, ist in der Verordnung über Kinderarbeitsschutz geregelt. Gemäß § 2 dieser Verordnung sind folgende Tätigkeiten erlaubt, wenn die Beschäftigung leicht und für die Kinder geeignet ist:
1. Austragen von Zeitungen, Zeitschriften, Anzeigenblättern und Werbeprospekten,
2. in privaten und landwirtschaftlichen Haushalten
a. Tätigkeiten im Haushalt und Garten,
b. Botengängen,
c. Betreuung von Kindern und anderen zum Haushalt gehörender Personen,
d. Nachhilfeunterricht,
e. Betreuung von Haustieren
f. Einkaufstätigkeiten mit Ausnahme des Einkaufs von alkoholischen Getränken und Tabakwaren,
3. in landwirtschaftlichen Betrieben mit Tätigkeiten bei
a. der Ernte und der Feldbestellung,
b. der Selbstvermarktung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse,
c. der Versorgung von Tieren,
4. Handreichung beim Sport,
5. Tätigkeiten bei nichtgewerblichen Aktionen und Veranstaltungen der Kirchen, Religionsgemeinschaften, Verbände, Vereine und Parteien.

Diese Regelung ist berechtigterweise zu kritisieren. Eine Bürotätigkeit ist nach dieser Regelung verboten. Jedoch sind erhebliche Anstrengungen bei körperlichen Tätigkeiten, wie das Austragen von Zeitungen und Ähnlichem, die Tätigkeit bei Ernte und Feldbestellung, bei der Versorgung von Tieren und die Betreuung von zum Haushalt gehörenden Personen, sowie Haushaltsarbeiten und Gartenarbeiten erlaubt. Da diese Tätigkeiten wesentlich körperlich anstrengender und somit ungeeigneter sind für Kinder wie eine Bürotätigkeit, ist der Gesetzgeber aufgefordert, diese Regelung endlich zum Wohle der Kinder zu ändern.

An der verfehlten Schutzregelung ändert § 2 Abs. 2 dieser Verordnung nichts. Nach dieser Regelung sind Tätigkeiten für Kinder ungeeignet, wenn diese regelmäßig das maximale Lastgewicht von 7,5 kg oder gelegentlich das maximale Lastgewicht von 10 kg Heben, Absetzen, Schieben, Ziehen, Tragen und Bewegen müssen oder infolge einer ungünstigen Körperhaltung psychisch belastet sind oder mit Unfallgefahren, die diese Kinder nicht einschätzen können, verbunden sind. Ein Kind darf daher Zeitungen bis zu 2 Stunden mit einem Lastgewicht von 7,5 kg schleppen, ohne dass dies rechtswidrig wäre. Das Abheben eines Telefonhörers in dieser Zeit in einem Büro ist hingegen unter Strafandrohung untersagt.

Sind Kinder nicht Vollzeit schulpflichtig, dürfen diese gemäß § 7 JArbSchG in einem Berufsausbildungsverhältnis oder mit leichten und für die Kinder geeigneten Tätigkeiten bis zu sieben Stunden täglich und 35 Stunden wöchentlich beschäftigt werden, § 7 JArbSchG.

Jugendliche dürfen bis zu acht Stunden täglich und 40 Stunden pro Woche beschäftigt werden, § 8.

Während der Berufsausbildung müssen Auszubildende für den Besuch der Berufsschule bezahlt freigestellt werden, § 9 JArbSchG. Eine Beschäftigung von Auszubildenden ist untersagt,
1. vor dem Schulbesuch, wenn der Unterricht vor 9 Uhr beginnt und der Auszubildende noch berufsschulpflichtig ist,
2. an einem Schultag mit mehr als 5 Unterrichtstunden,
3. in Berufsschulwochen mit einem Unterricht von 25 Stunden an mindestens 5 Tagen. Betriebliche zusätzliche Ausbildungsveranstaltungen (Nachhilfe) dürfen zusätzlich bis zu zwei Stunden in der Woche vom Ausbilder angeordnet werden.

Jugendliche müssen Pausen von 30 Minuten bei einer Arbeitszeit zwischen 4,5 und 6 Stunden, von 60 Minuten bei einer Arbeitszeit von mehr als sechs Stunden einhalten. Die jeweilige Pause muss mindestens 15 Minuten betragen. Eine ununterbrochene Freizeit pro Tag muss mindestens 12 Stunden betragen. Akkordarbeit und Arbeiten mit gesteigertem Arbeitstempo sind gemäß § 23 JArbSchG verboten. Eine Ausnahme besteht für Berufsausbildende.

Jugendliche dürfen grundsätzlich keine Nacht-, Samstag- oder Feiertagsbeschäftigung nachgehen. Gefährliche Arbeiten nach § 22 JArbSchG dürfen mit Ausnahme einer Ausbildung nicht durch Jugendliche vorgenommen werden.

Die Jugendliche sind ärztlich bei Aufnahme einer Tätigkeit und nach jedem weiteren Beschäftigungsjahr zu untersuchen, § 32ff.

Ein Verstoß gegen diese Schutzbestimmungen kann mit einer Geldbuße bis zu 15.000,00 € oder mit einer Freiheitsstrafe bei Gefährdung der Gesundheit oder Arbeitskraft des Jugendlichen geahndet werden.