Unter der Begriff Gewerkschaft ist eine sozial mächtige, überbetriebliche, unabhängige, insbesondere vom Arbeitgeber oder einem Arbeitgeberverband unabhängige Arbeitnehmervereinigung zu verstehen, die demokratisch organisiert ist und sich zur Durchsetzung der gemeinsamen Interessen ihrer Mitglieder im Bereich des Arbeits- und Wirtschaftslebens zusammengeschlossen hat. Unter den Begriff sozial mächtig ist zu verstehen, dass eine Gewerkschaft die Streikmaßnahmen auf den Arbeitgeber oder den Arbeitgeberverband Druck ausüben kann, sodass dieser sich gezwungen sieht, einen Tarifvertrag abzuschließen. Eine Gewerkschaft ist nur dann berechtigt, einen Tarifvertrag abzuschließen, wenn diese sozial mächtig und nach deren Satzung diese fachlich und örtlich für den Abschluss eines solchen Tarifvertrages zuständig ist. Schließt eine Gewerkschaft außerhalb ihres örtlichen oder fachlichen Gebietes einen Tarifvertrag ab, so ist dieser nichtig.

Die Gewerkschaft ist im Grundgesetz besonders geschützt. Sowohl das Bestehen der Gewerkschaft, wie auch die Betätigung bzw. Nichtbetätigung in einer Gewerkschaft dürfen durch Dritte nicht sanktioniert werden.

Viele Gewerkschaften sind im Deutschen Gewerkschaftsbund vereinigt. Eine Mitgliedschaft in diesem Gewerkschaftsbund ist jedoch nicht Voraussetzung für die Anerkennung als Gewerkschaft.

Ausschließlich die Gewerkschaften dürfen Tarifverträge abschließen. In diesen Tarifverträgen werden die Arbeitsbedingungen für die tarifgebundenen Arbeitnehmer und Arbeitgeber verbindlich geregelt.

Des Weiteren beraten und vertreten diese ihre Mitglieder, insbesondere arbeitsrechtlichen Angelegenheiten. Aus diesem Grund steht einer Gewerkschaft ein Zutrittsrecht zu einem Betrieb zu, wenn mindestens ein Arbeitnehmer des Betriebes Mitglied dieser Gewerkschaft ist. Bei Betriebswahlen dürfen Gewerkschaften eine Betriebsratswahl initiieren. Die Gewerkschaften können eigene Wahllisten aufstellen. Auch die Anfechtung einer Betriebsratswahl kann durch eine Gewerkschaft verfolgt werden.