Der Freiwilligkeitsvorbehalt ist eine einseitige Erklärung des Arbeitgebers oder eine arbeitsvertragliche Vereinbarung zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber, nach deren Inhalt eine bestimmte in der Vergangenheit gewährte Leistung keinen Anspruch des Arbeitnehmers gegenüber dem Arbeitgeber begründet.
Sinn und Zweck der Freiwilligkeit ist es, einmalige oder mehrmalige, zum Zeitpunkt der Leistung nicht vom Arbeitgeber geschuldete Leistungen nicht Inhalt des Arbeitsvertrages werden zu lassen. Dies kann insbesondere durch betriebliche Übung erfolgen, wenn eine solche Freiwilligkeitserklärung nicht abgegeben wurde. Hierdurch möchte der Arbeitgeber insbesondere wirtschaftliche Nachteile für sich vermeiden, die durch eine freiwillige Leistung ansonsten entstehen würde.

Wird der Freiwilligkeitsvorbehalt im allgemeinen Beschäftigungsbedingungen (AGB) vereinbart, so ist dieser oft unwirksam. Der Grund hierfür ist die Kombination aus Freiwilligkeitsvorbehalt und der Vereinbarung, dass eine Leistung jederzeit widerrufbare wäre. Dies ist in sich widersprüchlich, da ein Widerruf nur bei Bestehen eines Anspruches möglich wäre, der aber ausgeschlossen werden soll.

Die Vereinbarung, dass Lohn oder Teile des Lohns, wie eine Bonuszahlung nur freiwillig erbracht werden würde, ist unwirksam. Dies ist auch der Grund dafür, dass bei Weihnachtsgeld genau darauf geachtet werden muss, warum diese Leistung bezahlt wird. Soll lediglich die Treue eines Arbeitnehmers belohnt werden, so kann diese Zahlung unter dem Vorbehalt der Freiwilligkeit gestellt werden. Ist hingegen diese Zahlung eine Sonderzahlung, die mit der Arbeit verdient wurde, so ist ein Freiwilligkeitsvorbehalt unbeachtlich.