Nach der gesetzlichen Definition sind Maßnahmen der beruflichen Fortbildung gegeben, wenn die berufliche Handlungsfähigkeit durch diese Maßnahme zu erhalten (technischer Fortschritt) und anzupassen oder zu erweitern, § 1 Abs. 4 BBiG.

Umschulungen und gewöhnliche Einarbeitungsmaßnahmen sind keine berufliche Fortbildung, da bei einer Umschulung eine andere Tätigkeit erlernt, bei einer Einarbeitungsmaßnahme das Wissen auf einen bestimmten Arbeitsplatz angepasst wird.

Einen gesetzlicher Anspruch auf Fortbildung besteht nicht. Jedoch kann aus einem Tarifvertrag, einer Betriebsvereinbarung oder dem Arbeitsvertrag ein solcher Anspruch entstehen. Eine Verpflichtung zur Gewährung einer Fortbildung durch den Arbeitgeber besteht dann, wenn nur durch eine solche Fortbildung eine Weiterbeschäftigung im Betrieb des Arbeitgebers besteht.

Gewährt ein Arbeitgeber eine berufliche Fortbildung, so wird in der Regel ein Fortbildungsvertrag abgeschlossen. In diesem wird die Übernahme der Fortbildungskosten, die Kosten der Freistellung und ggf. eine Rückzahlungspflicht bei Auflösung des Arbeitsverhältnisses aufgrund des Verhaltens oder Wunsch des Arbeitnehmers innerhalb einer bestimmten Frist.
Üblicherweise sind Arbeitgeber nur dann bereit, die Kosten einer Fortbildung zu zahlen, wenn dies sich für den Arbeitgeber lohnt. Daher wird in der Regel eine Rückzahlungspflicht für folgende Fälle:
– vorzeitiger Abbruch der Fortbildung durch den Arbeitnehmer
– Kündigung des Arbeitnehmers nach einer gewissen Zeit (Teilzurückzahlung).

Da diese Verträge nicht individuell ausgehandelt werden, sind diese Verträge Allgemeine Geschäftsbedingungen, die gerichtlich nach §§ 305 ff. BGB überprüfbar sind. Die allgemeinen Beschäftigungsbedingungen sind nach dem Gesetz dann unwirksam, wenn der Arbeitnehmer ungerechtfertigter Weise benachteiligt wird. Dies ist z.B. dann der Fall, wenn bereits das Ausscheiden aus einem Arbeitsverhältnis die Rückzahlungspflicht auslösen soll.

In vielen Bundesländer, z. B. Hessen und Rheinland-Pfalz, haben Arbeitnehmer einen Anspruch auf Bildungsurlaub. Dieser Bildungsurlaub kann insbesondere für die berufliche Fortbildung, aber auch für die allgemein Bildung oder politische Bildung beantragt werden. In einigen Bundesländer werden z.B Gleitschirmseminare als förderungsfähige Fortbildung eingestuft.