Was ist Bossing?
Der Begriff Bossing beschreibt das systematische Anfeinden und Diskriminieren durch Arbeitgeber oder höherrangiger Arbeitnehmer. Es ist eine Unterart von Mobbing. Der wesentliche Unterschied zwischen einfachem Mobbing und Bossing besteht jedoch darin, dass aufgrund der hierarchischen Ebene der Täter eine wesentlich bessere Position innehat, als das Opfer und somit erhebliche Macht über das Opfer auszuüben vermag. Insbesondere die Verteilung unangenehmer Aufgaben stets an einen Arbeitnehmer, öffentliche herabwürdigende Äußerungen zu der Arbeitsleistung und die heimliche Umgehung eines Mitarbeiters sind Symptome von dieser Art von Mobbing.

Welche Gegenmaßnahmen gibt es?
In größeren Betrieben existiert in der Regel ein Betriebsrat. Dieser kann Ansprechpartner für den betroffenen Arbeitnehmer sein. Aber auch ein höherrangiger Mitarbeiter kann direkt angesprochen werden, wenn der direkte Vorgesetzte Mobbingmaßnahmen ergreift. Problematisch ist es bei kleineren Betrieben. Insbesondere, wenn kein vergleichbarer Arbeitsplatz im selben Betrieb besteht und somit eine Trennung von Täter und Opfer nicht möglich ist. Häufig haben Arbeitnehmer Angst gegen diese Art von Mobbing vorzugehen, da diese ihre Existenzgrundlage nicht gefährden wollen. Eskaliert jedoch das Mobbing und lässt sich der betroffene Arbeitnehmer z. B. auf eine unangemessene Auseinandersetzung ein, so riskiert der betroffene Arbeitnehmer eine Kündigung.

Ansprüche gegenüber dem Arbeitgeber
Der Arbeitnehmer hat einen Anspruch darauf, dass der Arbeitgeber diesen vor Übergriffen andere Arbeitnehmer schützt. Daneben kann der Arbeitnehmer wegen einer Nebenpflichtverletzung (Fürsorgepflicht des Arbeitgebers) Schadensersatz fordern. In Betracht kommen insbesondere Vermögensschäden in Form entgangenem Gehalt (fristlose Kündigung des Arbeitnehmers) und der Ausgleich immaterieller Schäden in Form von Schmerzensgeld. Auch ein Unterlassen kann gefordert werden.