Die Arbeitsunfähigkeit ist nicht mit einer Krankheit gleichzusetzen. Die Arbeitsunfähigkeit liegt vor, wenn aufgrund einer unverschuldeten Krankheit die vertragliche Arbeitsleistung nicht erbracht werden kann. Dies ist auch dann der Fall, wenn aufgrund eines Gesetzes der Arbeitnehmer verpflichtet ist, der Arbeit aufgrund der Erkrankung fernzubleiben. Beispiele hierfür sind Infektionen bei Ärzten, Köchen und anderen Personen, wenn die Gefahr besteht, dass die Infektion auf andere Personen übertragen werden kann.
Daher bestimmen die Krankheit und die Aufgaben des Arbeitnehmers, ob Arbeitsunfähigkeit vorliegt. Dies ist auch der Grund dafür, dass der Arzt nachfragt, welche Tätigkeit ausgeübt wird.

Liegt Arbeitsunfähigkeit vor, ist der Arbeitnehmer nicht zur Arbeitsleistung verpflichtet. Die Arbeitsunfähigkeit ist jedoch unverzüglich dem Arbeitgeber anzuzeigen, damit dieser gegebenenfalls Ersatz für den erkrankten Arbeitnehmer besorgen kann. Auch ist dem Arbeitgeber eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung unverzüglich vorzulegen, damit dieser gegebenenfalls Ansprüche gegenüber der Krankenversicherung des Arbeitnehmers geltend machen kann.
Grundsätzlich erhält ein Arbeitnehmer kein Gehalt, wenn der Arbeitnehmer nicht arbeitet. Aufgrund des Entgeltfortzahlungsgesetzes erhält der Arbeitnehmer jedoch für maximal sechs Wochen in Höhe des regelmäßigen Arbeitslohnes weiterhin sein Gehalt. Dies gilt jedoch nicht für die ersten vier Wochen einer Beschäftigung. Der Arbeitgeber kann so lange die Auszahlung der Entgeltfortzahlung verweigern, bis der Arbeitnehmer eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorlegt.

Dauert eine Erkrankung länger als sechs Wochen, so erhält der Arbeitnehmer von seiner Krankenkasse Krankengeld.

Erkrankt ein Arbeitnehmer innerhalb von einem Jahr mehrmals, so hat er grundsätzlich einen Anspruch auf Entgeltfortzahlung. Dies gilt jedoch nur eingeschränkt, wenn der Arbeitnehmer aufgrund derselben Erkrankung arbeitsunfähig wird.