Unter Abrufarbeit ist eine Form von Arbeitszeitmodell zu verstehen, deren Arbeitszeit sich nach dem Arbeitsanfall richtet. Der Arbeitgeber ruft die Leistung des Arbeitnehmers bei Bedarf ab. Im Gegensatz zu festen Arbeitszeiten bestimmt der Arbeitgeber aufgrund seines Direktionsrechts (Weisungsrecht) die Lage der Arbeitszeiten.

Teilzeitarbeitnehmer sind besonderes durch das Teilzeit- und Befristungsgesetz geschützt. Insbesondere muss aufgrund dieses Gesetzes die regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit vereinbart werden. Eine solche Vereinbarung kann auch konkludent, d. h. durch schlüssiges Verhalten wie z.  B. die regelmäßige Beschäftigung des Arbeitnehmers über einen längeren Zeitraum mit einer bestimmten Anzahl von Stunden pro Woche abgeschlossen werden. Wird keine Vereinbarung abgeschlossen, so fingiert das Gesetz eine wöchentliche Arbeitszeit von mindestens 20 Stunden. Wird der Arbeitnehmer weniger vom Arbeitgeber abgerufen, so ist der Arbeitgeber trotzdem verpflichtet, diese Stunden pro Woche zu vergüten.

Der Abruf des Arbeitnehmers muss nach diesem Gesetz mindestens 4 Tage vor der Beanspruchung des Arbeitnehmers erfolgen. Wird diese Frist nicht eingehalten, so kann der Arbeitnehmer seine Arbeitsleistung verweigern. Der Arbeitgeber bleibt in diesem Fall zur Zahlung der vereinbarten Vergütung verpflichtet.

Ist eine tägliche Arbeitszeit nicht vereinbart, so sind mindestens 3 Zeitstunden pro Arbeitstag zu vergüten.