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Haftung des Arbeitnehmers

Als Rechtsanwalt berate ich Arbeitnehmer und Arbeitgeber zum Thema Haftung im Arbeitsrecht.

Hier finden Sie Informationen, die Sie auch ohne anwaltliche Unterstützung weiterbringen können. Leider können diese Informationen nicht die anwaltliche Beratung ersetzen und dienen daher nur zur allgemeinen Information. Diese Informationen wurden mit bestem Wissen zusammengetragen. Dennoch kann eine Haftung für diese Informationen nicht übernommen werden.

Haftet der Arbeitnehmer gegenüber Dritten?

Verursacht ein Arbeitnehmer bei der Ausführung seiner Tätigkeit einem Dritten einen Schaden, kommt grundsätzlich auch ein Anspruch des Dritten auf Schadensersatz gegenüber dem Arbeitnehmer in Betracht. Hierbei haftet der Arbeitnehmer allerdings nicht aus Vertrag, sondern nur aus unerlaubter Handlung im Sinne der §§ 823 ff. BGB. Für den Dritten ist es nämlich gleichgültig, ob der Schädiger als Arbeitnehmer oder privat den Schaden verursacht hat.

Allerdings kann der Arbeitnehmer einen Freistellungsanspruch gegenüber seinem Arbeitgeber haben. Dies bedeutet, dass zwar der Arbeitnehmer gegenüber dem Dritten haftet, aber der Arbeitgeber den Schaden für den Arbeitnehmer übernehmen muss.

Haftung der Arbeitnehmers gegenüber dem Arbeitgebe

Der Rechtsgrund für eine Haftung des Arbeitnehmers kann aus Vertrag oder unerlaubter Handlung folgen. Bereits in den 1960er entschied das Bundesarbeitsgericht, dass Besonderheiten bei der Haftung von Arbeitnehmern gegenüber Arbeitgeber zu beachten sind. Diese sogenannte Haftungsprivilegien beruhen auf arbeitsvertraglichen Erwägungen. Aus diesem Grund greifen diese Haftungsprivilegien nicht ein, wenn die Schädigung des Arbeitgebers nicht aus betrieblicher Tätigkeit hervorging. So haftet zum Beispiel der Arbeitgeber dann nicht mit, wenn der Arbeitnehmer aufgrund einer Spaßfahrt mit einem Gabelstapler ein fremdes Fahrzeug beschädigt. So muss zum Beispiel grundsätzlich der Arbeitgeber das Beschäftigungsrisiko tragen. Auch ist der Arbeitgeber für die Arbeitsorganisation und den daraus resultierenden Risiken verantwortlich. Es obliegt dem Arbeitgeber, mögliche Versicherungsmöglichkeiten auszuschöpfen, um das Risiko zu begrenzen.

Der Schaden wird wie folgt bei einem betriebsbedingten Unfall verteilt:

Bei leichter Fahrlässigkeit hat der Arbeitgeber den Schaden alleine zu tragen. Bei grober Fahrlässigkeit trägt hingegen der Arbeitnehmer vollständig den Schaden, es sei denn, dass der Schaden den Arbeitnehmer ruinieren würde. Bei Vorsatz haftet der Arbeitnehmer alleine für den eingetretenen Schaden. Bei mittlerer Fahrlässigkeit wird der Schaden geteilt. War dem Arbeitgeber hierbei eine Versicherung gegen den Schaden möglich, so reduziert sich der Schadensbeitrag des Arbeitnehmers auf die übliche Selbstbeteiligung im Schadensfall. Bei der konkreten Verteilung des Schadens muss aber auch die Gefahrengeneigtheit der Tätigkeit berücksichtigt werden.Aber auch das Mitverschulden des Arbeitgebers ist zu berücksichtigen.

Oft kommt es auch zu Vereinbarungen über voraussehbaren Schäden. So sind so genannte Mankohaftungsabreden bei Kassierer oft anzutreffen. Oft wird hierbei vereinbart, dass der Arbeitnehmer auch ohne Verschulden für Fehlbeträge einstehen soll. Diese Mankovereinbarungen können tatsächlich wirksam sein. Dies ist dann der Fall, wenn diese nicht durch die AGB Kontrolle fallen nicht sittenwidrig den Arbeitnehmer einseitig belasten. Insbesondere muss hierfür die Haftung des Arbeitnehmers auf das Mankogeld beschränkt sein.

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Letzte Änderung am Dienstag, 13. November 2018 um 08:03:31 Uhr.

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